Transparenzprojekt – Chronik Januar bis Oktober 2026
Stand: 13.10.2026 · Achim Mentzen
Worum es geht
Das Transparenzprojekt ist ein öffentliches Langzeit-Selbstexperiment unter Klarnamen: Körperscham abbauen und Angst vor Sichtbarkeit durch radikale Transparenz überwinden. Grundlage ist das Manifest „Warum ich meinen Körper zeige“.
Living Sculpture ist die zentrale Performance: Ich lebe nackt und durchgehend sichtbar als lebende Skulptur in einem Ausstellungsraum – schlafen, essen, duschen, mit Besuchern sprechen.
- Format (Stand 12.10.2026): 7 oder 10 Tage, jeweils 24/7, kostenfrei für die gastgebende Institution
- Grundregel: Eine begonnene Performance wird nicht abgebrochen, kein Rückzug, kein Plan B
- Ab 100 Tagen Laufzeit nur mit gesicherter Finanzierung von 3.500 € netto pro Monat
- Zugang ab 18, nicht vom öffentlichen Straßenraum einsehbar
Körper, Intimität und Grenzen
Ich bin Naturist. Nacktheit ist für mich der natürliche Zustand des Menschen; die Tabus um bestimmte Körperteile halte ich für anerzogen, nicht für natürlich.
- In der Performance gibt es keinen Rückzug: Schlafen, Duschen und auch der Toilettengang finden sichtbar vor Publikum statt
- Kreatives Publikum darf mit meinem nackten Körper arbeiten: zeichnen, bemalen, positionieren
- Das Projekt richtet sich an den Kunstbetrieb und an die sexpositive Szene
- Sexuelle Handlungen gehören nicht zum Leistungsumfang der Performance; mit anderen nur mit deren eigener, aktueller Zustimmung, nie vorab delegiert
- Ich habe mich für ein Nacktinterview mit Veröffentlichung der Fotos angeboten
- Ich wollte ein mehrtägiges Retreat nackt durchlaufen (vom Veranstalter abgelehnt) und habe nackte Arbeitseinsätze angeboten, etwa Nacktputzen, Nacktgärtnern und Erntehilfe
- Am 12.10.2026 als zu exzessiv verworfen, am 13.10.2026 teilweise wieder aufgenommen: Kleidungsverwahrung, einseitige Verlängerung durch den Auftraggeber und nicht-sexuelle Berührung durch das Publikum stehen wieder in den Regeln; sexuelle Offenheit (dass eine Performance im Verlauf auch sexuell werden kann, wenn Auftraggeber oder Publikum das wünschen und alle Beteiligten, auch ich, im Moment zustimmen), intime Berührung und ein Orgasmus-Modul (als Performance gedacht: ein von Dritten herbeigeführter Orgasmus, 60 bis 80 Minuten fortgesetzt und sichtbar dokumentiert, bei mehrtägigen Performances täglich, auch bei Alltagsperformances) wünsche ich mir weiterhin, sie sind aber nicht Teil des Angebots
Chronik
August bis Oktober: Nach zwei Monaten Suche gibt es noch keinen Ausstellungsort; das Projekt wurde einmal gestoppt und wieder aufgenommen.
| Datum | Schritt |
|---|---|
| 13.10.2026 | Trainingsprogramm als nackter Ausstellungskörper entwickelt; Wunsch nach öffentlichem Kalender mit Diensten und Trainings; Regeln teilweise wieder ergänzt |
| 12.10.2026 | Format auf 7 oder 10 Tage festgelegt; Regel „kein Rückzug, kein Plan B“; später am Tag: „das wird alles zu exzessiv“ – Zusatzideen wieder entfernt, Kern bleibt |
| 12.10.2026 | Öffentlicher Aufruf zur Raumsuche auf Facebook und Bluesky |
| 10.10.2026 | KI-Anweisungen im Repo überarbeitet: sexuelle Handlungen mit anderen nur mit deren eigener aktueller Zustimmung |
| 6.–7.10.2026 | Stadt Waldshut-Tiengen lehnt sichtbare Schaufenster-Variante ab; überarbeitetes Konzept (nicht einsehbar, Zugang ab 18) eingereicht |
| 30.9.2026 | Ortssuche hat Vorrang vor Presse; Anfragen an Hochschulen, Kulturämter der Region, Naturistenverband, Schlösser |
| 24.–27.9.2026 | Nacktinterview-Angebot an Presse; explizite Selbstoffenbarung wird Ziel der Medienarbeit |
| 25.9.2026 | Gestaffeltes Format 7/3/1 Tage (am 12.10. wieder verworfen); Forschungsanfragen an Sexualwissenschaft (Charité, UKE) |
| 17.9.2026 | Vollmacht und Vertrag von der Website entfernt; Suche auf englischsprachige Live-Art-Häuser ausgeweitet |
| 13.9.2026 | Projekt reaktiviert, Erinnerungen an 24 Institutionen |
| 4.9.2026 | Unsichere Vollmacht-Fassung live entdeckt; Projekt gestoppt, Rückzug bei rund 30 Institutionen und Medien |
| 1.–4.9.2026 | Große Anfragewelle an Kunsthäuser und Festivals in D, CH, AT, FR |
| 1.–4.8.2026 | Exklusivangebot an Bild.de gesendet, zurückgezogen, erneut gesendet (später abgesagt) |
Vorgeschichte Januar bis Juli 2026
Im Frühjahr entstanden Manifest, Website und dauerhafte Archive; mehrere Hosting-Plattformen haben die Seite entfernt, seither läuft sie auf GitHub Pages mit Sicherung auf IPFS und Arweave.
| Zeitraum | Schritt |
|---|---|
| Juli 2026 | Living Sculpture als 7-Tage-Performance entworfen, erste Anfragen an Kunsthäuser in Freiburg, Basel und Mannheim |
| Juni 2026 | Neue Website mit Lebenslauf (ohne Arbeitgeber), Freigabeerklärung und Angebot für nackte Arbeitseinsätze; Bewerbungen als Aktmodell an Volkshochschulen |
| Ende Mai 2026 | Netlify löscht die Seite wegen Inhaltsrichtlinien; Umzug auf GitHub Pages |
| Mai 2026 | Manifest „Warum ich meinen Körper zeige“ geschrieben und auf IPFS gesichert; Willenserklärung als unwiderrufliche öffentliche Schenkung (§ 516 BGB) mit selbst auferlegter Vertragsstrafe von 500 € je Widerrufsversuch zugunsten der Kinderkrebshilfe |
| Mai 2026 | Angebot „Kostenlos als Aktmodell“ bis 31.12.2027 unter CC BY 4.0 |
| Mai 2026 | Über 30 Anfragen an Naturistenverbände, FKK-Vereine, Medien, Hochschulen, Ateliers und Forschungsinstitute; positive Antworten u.a. von SWR und einem Naturistenmagazin |
| Mai 2026 | Audio-Selbstsuggestion zur Unterstützung der Schamfreiheit entwickelt |
| März bis April 2026 | Grundlagen gelegt: erste Website, Archivierung auf IPFS und Arweave |
Suche nach einem Ausstellungsort
Rund 60 Häuser angefragt, bisher keine Zusage; die meisten Antworten sind Kapazitäts- oder Programmgründe, nicht das Format selbst.
| Ergebnis | Häuser |
|---|---|
| Abgesagt | ZKM Karlsruhe, nüüd.berlin, Kunstverein Konstanz, Schwankhalle Bremen, Kunsthaus Baselland, Neue Nationalgalerie Berlin, Schloss Hohenlupfen, Kulturzentrum Bonndorf |
| Weiterverwiesen, neu eingereicht | HAU Berlin, Sophiensæle Berlin, Kampnagel Hamburg, CENTQUATRE-PARIS (Residenzprogramm) |
| Interesse bekundet, offen | Zürcher Theater Spektakel |
| Ohne inhaltliche Antwort | PACT Zollverein, Kaserne Basel, Württ. Kunstverein Stuttgart, Kunsthalle Basel, brut Wien, tanzhaus nrw, FFT Düsseldorf, Ringlokschuppen Ruhr, Gessnerallee Zürich, Muffatwerk München, Wiener Festwochen, D21 Leipzig, steirischer herbst, Julia Stoschek Foundation, Palais de Tokyo, SPILL, LADA London, Beursschouwburg, ICA London, BUZZCUT, In Between Time, Block Universe, Trouble Festival, Battersea Arts Centre, Chisenhale Gallery, Kunstakademie Karlsruhe, ABK Stuttgart, HfG Karlsruhe, Shedhalle Zürich, DIENSTGEBÄUDE Zürich, Kunsthaus Aussersihl, Espace Dukat Genf, Kasko Basel |
| Regional angefragt | Kunstverein Hochrhein, Kulturamt Bad Säckingen, Kulturamt Waldshut-Tiengen, Landratsamt Waldshut, Schloss Beuggen, Burg Rötteln, Deutscher Verband für Freikörperkultur |
| Sonstiges | VENUS Berlin: Bühnenprogramm voll, Ausstellerstand möglich |
Behördliche Einschätzung: Eine vom Straßenraum einsehbare Performance (Schaufenster) ist in Waldshut-Tiengen ordnungsrechtlich nicht möglich; ein nicht einsehbarer Innenraum mit kontrolliertem Zugang wäre gesondert zu prüfen.
Presse und Medien
Berichterstattung ist uneingeschränkt freigegeben, seit Ende September inklusive Nacktinterview mit Foto-Veröffentlichungsrechten; bisher ist noch nichts erschienen.
| Bereich | Medien |
|---|---|
| Freigabe erteilt | taz Berlin (Berichterstattung, Interview, Nacktinterview) |
| Feuilleton und Fachmedien | FAZ, Süddeutsche Zeitung, NZZ, Tagesspiegel, Frankfurter Rundschau, Spiegel, Welt, Kunstforum, nachtkritik.de, art-magazin, frieze, ArtReview |
| Boulevard und Online | TAG24, t-online, ntv |
| Rundfunk | SWR (bringt das Projekt in die Redaktionskonferenz, sobald Ort und Termin feststehen), MDR Kultur, ARD Kultur (verweist an Landessender) |
| Regional | Südkurier; Badische Zeitung und Zeit nicht zustellbar |
| Abgesagt | Bild.de |
Vertrag und Vollmacht sind bei keinem Medium aktiv.
Website, Buchung und Kalender
Die Projektseite achimmentzen.github.io ist zweisprachig und enthält Manifest, Konzept und ein Buchungssystem für Alltagsperformances.
- Buchbare Performances: u.a. Nacktputzen, Nacktgärtnern, Erntehelfer, Alltagshilfe, Atelier, Veranstaltung
- Seit 12.10.2026 verbindlich: Eine Anfrage gilt als Zusage, wenn sie in den Dienstplan passt und der Rahmen erfüllt ist; Antwort binnen 72 Stunden
- Dokumentation aus Performances unter CC BY 4.0
- Vollmacht und Vertrag seit 17.9.2026 von der Seite entfernt; Seiten zu sexpositiven Räumen seit 12.10.2026 nicht mehr verlinkt
- Geplant: Dienste und Trainings in einem öffentlichen Kalender, Trainings mit allen Details
- Erwogen: eigene Domain statt GitHub, finanziert über Spender
Fremdbestimmung, KI und Training
Ich möchte im Projekt einem verbindlichen, fremdbestimmten Automatismus unterliegen. Die KI (Claude) hat abgelehnt, selbst dieser Automatismus zu sein oder mich „ähnlich Brainwash“ zu konditionieren; eine zweite KI zog dieselbe Grenze: kein Training gegen den späteren eigenen Willen.
- Vorschlag der KI: Fremdbestimmung im kuratierten Rahmen wie bei Abramovićs „Rhythm 0“ – Grenzen vorher selbst festlegen, während der Performance entscheiden Publikum oder Kuration
- Im Repo „Transparenzprojekt“ liegen KI-Anweisungen zur Fremdbestimmung; sexuelle Handlungen mit Dritten nur mit deren eigener aktueller Zustimmung
- Social-Media-Pipeline aus eigenen Aufnahmen geplant, nur Bluesky, X und Mastodon
Trainingsprogramm als nackter Ausstellungskörper, steigernd:
- Stille: nackt, ohne Bewegung, von 10 auf 60 Minuten
- Angeschaut werden: Dauerfilmen, danach ansehen ohne Bewertung
- Blick halten: Spiegel, später vertraute Person
- Dauerproben: ganze Tage, dann Wochenenden in der Rolle
- Öffentliche Sichtbarkeit, wo erlaubt: FKK, Naturistenvereine, Aktmodell-Sitzungen
- Kurzprotokoll nach jeder Einheit
Offene Punkte
- Einen Ausstellungsort finden, der 7 oder 10 Tage 24/7 trägt
- Konkreten Ort und Zugang für die Prüfung durch die Stadt Waldshut-Tiengen nachreichen
- Finanzierung für Laufzeiten ab 100 Tagen klären
- Öffentlichen Kalender einrichten und mit Diensten und Trainings füllen
- Trainingsprogramm beginnen und protokollieren